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Pilotprojekt soll Schule machen:
Lebenshilfe für Mieter über 60
Modellprojekt. Die Alten Löwen und zwei Genossenschaften unterstützen Mieter über 60 im Alltag.
Lebenshilfe für Mieter über 60 Berater helfen Senioren ab 60 Jahren zum Beispiel beim Umbau des Bades.
Foto: dpa
Der Trubel um alternative Wohnformen fürs Alter wie Senioren-WGs und altersgemischte Siedlungen kann Franz-Josef Göbel nicht verstehen. Der Vorsitzende des Vereins Alte Löwen hat eindrucksvolle Zahlen im Kopf: 50000 Düsseldorfer seien über 75 Jahre alt, aber es gebe nur 8200 spezielle Wohneinheiten für Senioren. Das heißt: Die große Mehrheit bleibt immer noch zu Hause wohnen.
Die Alten Löwen haben jetzt ein Modellprojekt gestartet, um diese große Mehrheit dabei zu unterstützen, lange selbstständig zu leben. Mit dem Eisenbahner-Bauverein (EBV) und der Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) haben sie zwei „Lebensberater“ eingestellt: Ein Kaufmann und eine Sozialarbeiterin besuchen die über 60-jährigen Mieter der Genossenschaften, informieren etwa über den Anspruch auf eine Grundsicherung, über die Möglichkeiten, sich einen seniorengerechten Umbau des Bades von EBV oder DWG bezahlen zu lassen.
Die kostenlose Beratung
kommt zu den Mietern
„Die Beratung ist für die Mieter kostenlos“, erklärt Göbel und spricht von einer „Pionierarbeit“ der Genossenschaften. Denn
bisher müssen stets die Menschen zur Beratungsstelle - erstmals klopft die Beratung jetzt an ihre Tür. Zudem sollen die Berater in ihrer Zeit nicht eingeschränkt sein. Denn oft dauert es, bis ein älterer Mensch etwa zugibt, dass er finanziell nicht mehr über die Runden kommt, zu schwach zum Einkaufen oder sogar inkontinent ist. Angebote für die unterschiedlichen Probleme gibt es laut Göbel genug - die Alten Löwen kennen die günstigsten Dienstleister, die zum Beispiel Besorgungen erledigen.
Für EBV und DWG lohnt sich der Service ebenfalls: Sie behalten ihre Mieter länger, zudem sind altersgerecht umgebaute Wohnungen in der alternden Gesellschaft attraktiver.
„Wir wünschen uns Nachahmer“, erklärt Göbel sein Ziel. Andere Vermieter sollen sich zusammenschließen und ebenfalls Berater für ihre Mieter engagieren. Das Modellprojekt mit EBV und DWG ist bis Ende des Jahres befristet. Dann sind die Kräfte der Alten Löwen erschöpft, die Genossenschaften müssten die Finanzierung komplett übernehmen. Udo Bartsch vom EBV hat bereits zugesichert, dass die Beratung langfristig weiterlaufen soll.

WZ, 26. Mai 2008

• Modellprojekt für Senioren

Franz-Josef GöbelGenossenschaften
Die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft hat 7000 Wohneinheiten, der Eisenbahner-Bauverein 2200. Über 2000 Mieter beider Genossenschaften sind über 60.
Alte Löwen
Der Verein unter Franz-Josef Göbel (Foto) setzt sich für alle Interessen der älteren Düsseldorfer ein. Speziell unterstützt er die Seniorenheime in Benrath und am Gallberg, finanziert den Bewohnern zum Beispiel Urlaube.
Projekt
Zwei Berater besuchen die Mieter über 60, die einen Bedarf für ein Gespräch angeben. Am meisten Hilfe benötigen die Senioren bisher bei Amtgängen und Anträgen.
Finanzierung
Noch schultern die Alten Löwen den Löwenanteil der Kosten. Sie wollen aber vor allem das Konzept bekannt machen. Ab 2009 sollen DWG und EBV die beiden Stellen für die Berater selbst zahlen.

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