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Gallberg nicht mehr zeitgemäß
Am 1. September diskutiert der Aufsichtsrat der Kliniken und Seniorenzentren über die Zukunft des Altenzentrums Gallberg. Eine Analyse.
Sommerfest am Gallberg
Ein friedliches Sommerfest feierten die Heimbewohner des Gallbergs am Samstag an der Blanckertzstraße.

WZ-Foto: Wilfried Meyer

Noch blicken die betagten Menschen des Seniorenzentrums Gallberg auf eine große Wiese, die dem Zentrum längst nicht mehr gehört. Die Wiese ist für eine Einfamilienhaus-Siedlung gedacht, ein Plan, dessen Verwirklichung inzwischen ins Stocken geraten ist. Der Grund dafür ist ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, was mit dem Seniorenzentrum selbst geschieht. Wird es verkauft? Kommt es zur Hospitalstraße oder zum Gerresheimer Krankenhaus? Die Fakten:
Kliniken und Seniorenzentren der Landeshauptstadt Düsseldorf nennt sich die gemeinnützige GmbH, der die Seniorenzentren Benrath und Gallberg gehören. Benrath erhält einen Neubau mit 100 Plätzen und war bisher im alten Benrather Krankenhaus an der Hospitalstraße zur Miete untergebracht.
Das Seniorenzentrum Gallberg wurde 1978 errichtet. Es beherbergt 209 alte Menschen, darunter zu 80 Prozent Demenzkranke, von denen wiederum 65 Personen so schwer erkrankt sind, dass sie in einem geschlossenen Trakt mit eigenem Garten versorgt werden. 17 Prozent dieser Heim-Insassen haben keine Angehörigen oder keinen Kontakt mehr zu ihnen. Nach den Worten von Horst Imdahl, Geschäftsführer des Gerresheimer Krankenhauses, zu dem der Gallberg gehört, ist das Altenzentrum gut belegt und eine der wenigen Einrichtungen, die sich alten Demenzkranken widmen, in guter und enger Kooperation zur Rheinischen Landesklinik.
Das Gerresheimer Krankenhaus ist 1971 in Betrieb gegangen, es muss saniert werden. Die Sanierung beziffert Imdahl auf 40 Millionen Euro. Zwar sind die Pläne noch nicht konkret, aber es soll in einem ersten Schritt die alte Kinderklinik abgerissen und dafür ein Entlastungsbau errichtet werden, der die Funktionen des Altbaus übernimmt. Nach Abriss des Altbaus ist Platz für die Sanierung des alten Bestandes.
Investoren kommen vor allem aus Bayern
DieterAkens, Leiter der Senioreneinrichtung, sieht die Zukunft ganz nüchtern: "Das Haus 
am Gallberg kann im gegenwärtigen Zustand zwar weiter genutzt werden, aber man muss einen Ersatzneubau planen, der auf dem Gelände des Gerresheimer Krankenhauses liegt. Auf dem freien Grundstück hinter der Kinderklinik könnten wir sofort anfangen zu bauen." Die Vorteile sieht Akens so: "Der Komplex mit dem Schwerpunkt der Demenzkranken läge dann neben dem Gerresheimer Krankenhaus. Es gäbe eine ortsnahe Versorgung für ganz Gerresheim." Für Akens steht fest: "Der Neubau ist mit knapp 8 Millionen Euro für 100 Plätze fast so teuer wie der Umbau auf dem alten Gelände." Nur: Dort gibt es 209 Plätze.
Die Stadt Düsseldorf sucht, wie die Westdeutsche Zeitung berichtete, einen privaten Krankenhaus-Partner, der sich mit 51 Prozent an der Kliniken- und Seniorenzentren gGmbH beteiligt. Er soll eine Investitions-Zusage geben. Imdahl spricht von einem "großen Interesse privater, sogar börsennotierte Träger aus München und aus Neustadt an der Saale". Die Stadtverwaltung hat inzwischen einen Berater auserkoren, der sie bei ihren Projekten begleitet, es ist eine Tochtergesellschaft der Hamburg-Schleswig-Holsteinischen Landesbank.
Auf der Wiese vor dem Eingang zum Seniorenzentrum Gallberg waren 50 Einfamilienhäuser geplant. Die CDU im Gerresheimer Rathaus verwarf den Plan,weil die Parzellen zu klein seien. Insider meinen, dieser Grund sei vorgeschoben. Möglicherweise will man einem Investor freie Hand lassen, ob er mit der Gallberg-Immobilie die Wiese gleich mit entwickeln will.
Am 1. September widmet sich der Aufsichtsrat dem Seniorenzentrum Gallberg. Geschäftsführer Horst Imdahl will darlegen: Von den 209 Betten sind das Gros Zwei-Bett-Zimmer, nach den neuen Vorschriften müssen jedoch 80 Prozent der Zimmer Ein-Bett-Zimmer sein. Auf lange Sicht wird also die Bettenzahl des Altenzentrums reduziert. Es ist nicht mehr zeitgemäß.
WZ, 1. August 2006
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