Mitten im Sommer
brachte Oberbürgermeister Joachim Erwin den Bewohnern und Gästen
des Seniorenzentrums am Gallberg ein Weihnachtsgeschenk mit. Die freiwillige
Beihilfe will die Stadt auch in diesem Jahr zahlen - im Vorgriff auf endgültige,
rechtliche Entscheidungen. Betroffen sind 2000 pflegebedürftige Menschen
mit Sozialhilfeanspruch.
Frajo
Göbel, ehemaliger Sozialdezernent und nun Sprecher des Alten-Hilfsvereins
"Alte Löwen", sowie Reiner Akens vom Seniorenzentrum, hatten zum Sommerfest
auf den Gallberg eingeladen. Vor vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen
Akteuren und Politikern der Altenarbeit sprach Erwin über die demographische
Entwicklung und die Versorgestrukturen in Düsseldorf.
Zunächst
erklärte er, dass der Anteil der 60-Jährigen bis 2010 abnehmen
und der der 80-Jährigen zunehmen werde. Statistiker haben festgestellt,
dass Düsseldorf bis zum Jahr 2030 um etwa 42 000 Personen schrumpfen
wird. |
Erwin erläuterte
kurz das städtische Konzept zum Aufbau von 19 Begegnungs- und Kompetenzzentren,
wo sich "jüngere aktive Senioren" treffen können. Auch das neu
aufzubauende "Fallmanagement" erwähnte er, das für "Alleinlebende
ohne ausreichende soziale Einbindung" gedacht ist. Das Ziel ist, hoch betagte
Menschen möglichst lange im vertrauten Wohnumfeld leben zu lassen.
Zur
Koodination und Steuerung der Seniorenarbeit denkt die Stadt an einen runden
Tisch, der unter der Bezeichnung "Stadtbezirkskonferenz Seniorenarbeit"
laufen soll. Die Teilnehmer sollen aus einschlägigen Verbänden,
Verwaltungsabteilungen und Kirchen bestehen. Der OB ließ nebenbei
einfließen, dass die kleinteilige Förderung einzelner Begegnungsstätten,
Netzwerke und Altenclubs der Vergangenheit angehören soll. Stattdessen
denken die Ämter an eine "wirkungsorientierte Förderung". 2,3
Millionen Euro will die Stadt in den nächsten Jahren allein für
die Begegnungs- und Kompetenzzentren ausgeben.
WZ, 31. Juli
2006 |