Ursula Häger
hat sich für ihre Gäste schick gemacht. In ihrer weißen
Hose und der rosafarbenen Bluse sieht sie deutlich jünger aus als
84 Jahre. Erst auf dem Weg zum Wohnzimmer wird klar, dass der alten Dame
das Gehen schwer fällt. Trotzdem möchte sie in ihrer Wohnung
bleiben. Dabei helfen ihr Birgitt Gödecker-Sander und Karel-Hans Gräwe.
Die Seniorenberater arbeiten für den Verein „Alte Löwen“.
Beratung für Senioren
Die
Alten Löwen sind ein Verein für Senioren. So wie Häger möchten
viele Menschen auch im Alter zu Hause bleiben, weiß der Vorsitzende
Franz-Josef Göbel. „In der Öffentlichkeit wird oft über
alternative Wohnformen diskutiert: Alten-WGs, besondere Heime und so weiter.
Die meisten Alten wohnen aber in den eigenen Wänden.“ Die Alten Löwen
bieten darum gemeinsam mit dem Eisenbahner-Bauverein und der Düsseldorfer
Wohnungsgenossenschaft eine Beratung für die älteren Mieter beider
Genossenschaften. Damit können die Senioren zu Hause leben und bleiben
als Mieter in den Wohnungen. Beide Wohnungsgenossenschaften sprachen ihre
über 60-jährigen Mieter an und fragten, ob und wie ihnen im Alltag
geholfen werden könne. |
Ursula Häger
war eine der ersten, die die Hilfe von Gödecker-Sander und Gräwe
annahm. Seitdem unterstützen die beiden sie im alltäglichen Kampf
mit der Bürokratie oder auch nur beim Einkauf.
Die
84-Jährige probierte sofort den Rollator aus, den die Alten Löwen
ihr zur Verfügung stellten. Nachdem die erste Scheu überwunden
war, war sie begeistert von ihrer neuen Mobilität: „Ich konnte ja
nicht mehr alleine einkaufen gehen. Jetzt kann ich in dem Körbchen
sogar etwas transportieren.“
Auch
bei Anträgen für Pflege- und Krankenversicherung helfen die Seniorenberater.
Sie vermitteln Unternehmen, die für Senioren einkaufen oder im Haushalt
helfen.
Nicht
immer fällt das Helfen leicht: Viele Menschen sind krank, die Ehepartner
überfordert oder selbst hilfsbedürftig. „Wir brauchen viel Einfühlungsvermögen,
um das Vertrauen der Leute zu gewinnen“, erzählt Gräwe.
Die
Beratung ist für Mieter der beiden Wohnungsgenossenschaften gratis.
Rheinische Post,
23. Juli 2008 |