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Hilfe für die Ältesten in Düsseldorf.
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Service ersetzt fehlende Familie
Der Verein "Alte Löwen" fordert die Wohnungswirtschaft auf, den betagten Mietern entgegen zu kommen. Was die sich genau wünschen, hat der Verein in einer Umfrage ermittelt.
Service ersetzt fehlende Familie UdoBartsch vom Eisenbahnerbauverein, Mieterin Ursula Häger und Franz-Josef Göbel (von links) vom Verein "Alte Löwen", der die Infrastruktur für Senioren in der Stadt verbessern will.
RP-Foto:Thomas Busskamp
Was braucht und will ein alter Mensch, der seit Jahrzehnten in der selben Wohnung lebt und eigentlich nicht umziehen will? Diese Frage hat der Verein "Alte Löwen" rund 800 Mietern über 60 Jahren gestellt. Sie wohnen in Häusern des Eisenbahnerbauvereins oder der Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft - und etwa ein Drittel von ihnen hat die Frage auch beantwortet. Die "Alten Löwen" haben jetzt eine Auswertung vorgelegt.
Demnach wünschen sich die meisten hauswirtschaftliche Hilfen: Kleine Reparaturen sind gefragt, ebenso Leute, die einkaufen oder zur Apotheke gehen. Friseur und Fußpflege sollten greifbar sein, auch Krankengymnastik. Und: "Viele Bewohner wollen an kulturellen Angeboten teilhaben", so Franz-Josef Göbel, Vorsitzender der "Alten Löwen". "Nicht so mobile Menschen wünschen sich bessere Fahr- und Besuchsdienste." Der Behindertenfahrdienst ist nur für bestimmte Gruppen gedacht und reicht allein deshalb nicht aus.
"Das Umfeld muss sich verändern"
Ziel der Umfrage ist es, einen "Servicedienst Wohnen im Alter" aufzubauen. Göbel: "Dieser Dienst muss die fehelende Nachbarschaftlichkeit und die oft fehlende Familie ein wenig auffangen." Die Mitarbeiter sollen in regelmäßigen Abständen nach den Bewohnern schauen, sich nach ihren Wünschen erkundigen. Nach Angaben der "Alten Löwen" leben die meisten Düsseldorfer über 70 Jahren nicht in senioren-gerechten Wohnanlagen, sondern weiterhin in ihrem vertrauten Umfeld. "Das Umfeld muss sich also verändern, sich an seine alternden 
Bewohner anpassen", so Göbel.
Ursula Häger, die sich an der Umfrage beteiligt hat, wurde beispielsweise von Experten der "Alten Löwen" geholfen, einen Ausweis mit höherem Behinderungsgrad zu erhalten - was Ursula Häger Vergünstigungen bringt, von denen die Seniorin gar nicht wusste, dass sie ihr zustehen. Das sei ein typischer Fall, erklärt Göbel, den die Umfrage ebenfalls ans Licht gebracht habe: "Etliche Senioren wissen nicht, was ihnen zusteht. Oder sie gehen unter im Wirrwarr der Formulare." Mobile Berater könnten hier helfen: Wo und wie beantrage ich den Umbau meines Bades? Kann ich von der GEZ-Gebühr befreit werden? Was muss ich in punkto Pflegeversicherung beachten?
Nun suchen die "Alten Löwen" einen Träger, der bereit ist, das erste Kontaktgespräch gratis anzubieten. Langfristig sollen die Kosten für die ambulanten Dienste mit der Miete bereits abgegolten sein.
 
INFO
Alte Löwen
UntertitelHilfe für die Ältesten der Stadt.
Sitzim Seniorenzentrum Haus Gallberg, gegründet 2005.
VorsitzenderFranz-Josef Göbel war Sozialdezernent der Stadt.
Kontaktüber Telefon 2800-7010 oder 63 68 75. Internet www.alte-loewen.de

Rheinische Post, 3. November 2007

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