"Demenzkranke
sind nur über Sinne oder Emotionen zu erreichen", erklärt die
Gerontologin Astrid Wölfl, die im Rahmen eines Projektes gemeinsam
mit Landschaftsgärtnern und einigen Mitarbeitern des Seniorenheimes
Gallberg einen zweiteiligen Sinnesgarten geschaffen hat. Entstanden ist
ein kleiner Garten Eden, der es Kranken möglich macht, sich ungefährdet
auf einem Rundgang ohne Aufsichtspersonal zu bewegen. Hier können
sie sehen, riechen, tasten und wenn sie wollen auch schmecken, also sich
einfach Assoziationen holen. Ein See, Obststräucher, ein Klangspiel,
ein Strandkorb, eine Baumschaukel, aber auch eine Gedenkecke zum Trauern
sind in dem Garten angelegt.
"In
diesem Garten sollen die Demenzkranken nicht nur ihre Umtriebigkeit und
ihren Weglauftrieb ausleben können, auch für die |
Mitarbeiter
des Hauses soll es eine Begegnungs- und Kommunikationsstätte sein",
meint Wölfl. Landschaftsarchitekt Rudolf F. Bendlage weist darauf
hin, dass das viele Grün beruhigend auf die Kranken und Gesunden wirken
soll.
Die
Gerontologin ist gespannt, wie die Demenzkranken dieses "Angebot" annehmen
werden. Nach ihrer Auffassung gehören neben positiven Gefühlen
auch die negativen dazu, um zu versuchen, an die Menschen heranzukommen,
die sich an nichts mehr erinnern können und deren Sprache nicht mehr
funktioniert. Die gut durchdachte Anlage soll den Demenzkranken helfen,
sich zu erinnern. "Auch wenn wir es nicht feststellen können, so werden
wir doch genau beobachten", sagt Astrid Wölfl.
Rheinische Post,
16.August 2005 |