Mit dieser Überraschung
hatten die rund 100 Gäste im Seniorenzentrum Am Gallberg beim Jahresempfang
der Alten Löwen nicht gerechnet: Wie OB Joachim Erwin ankündigte,
wird die Stadt den rund 2000 Pflegebedürftigen mit Sozialhilfeanspruch
auch in diesem Jahr wieder eine Weihnachtsbeihilfe von 33,23 Euro zahlen.
Dies gelte im Vorgriff auf endgültige rechtliche Entscheidungen. Im
Vortrag zur Seniorenpolitik der Stadt sprach sich Erwin dafür aus,
alte Menschen so lange wie möglich in Wohnungen unterzubringen. "Wir
müssen umdenken", sagte er und nannte "Förderung der Eigeninitiative,
der sozialen Netzwerke und des Lebens im eigenen Heim" als Ziele.
Beim
demographischen Wandel nimmt Düsseldorf, verglichen mit dem Bundesgebiet,
zunächst eine Sonderrolle ein: Bis 2010 wird die Bevölkerung
jünger. Die Zahl der über 65-Jährigen geht zurück.
Diese "völlig atypische Entwicklung" könne damit begründet
werden, "dass immer mehr junge Familien" ins Stadtgebiet zögen, sagte
Erwin. Allerdings nehme die Zahl der über 80-Jährigen bis 2010
um 5,4 Prozent zu. 2030 würden über 700 über 80-Jährige
mehr als jetzt in Düsseldorf leben.
"Diese
Alten werden immer selbstständiger", meint Erwin. Deshalb solle man
das Leben im Alter nicht kommunal steuern, sondern begleiten. "Als Stadt
konzentrieren wir uns auf Begegnungs- und Kompetenzzentren". Dafür
seien im nächsten Jahr 350 000 Euro fest im Haushalt eingeplant.
NRZ, 31. Juli
2006 |