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Gesucht:
Ein Manager, der den Senioren hilft |
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| Alte Löwen
verstehen sich als Fürsprecher für die älteren Düsseldorfer. |
Wenn Experten
nachdenken, kommen sie meist zu handfesten Ergebnissen. Als Fürsprecher
der ältesten Bewohner in der Stadt haben sich die "Alten Löwen"
besonders gründlich beraten. Gute Löwen brüllen laut, deshalb
stellten sie jetzt ihre Idee vom "Service-Wohnen im Alter" vor. Ein Konzept,
das den 100 000 Düsseldorfern, die bereits heute über 65 Jahre
alt sind, die Angst vor künftiger Einsamkeit nimmt und zugleich eine
ganz neue Möglichkeit schafft, praktische Hilfen im Alltag zu vermitteln.
Bloß
nicht abgeschoben werden: Auch mit 90 Jahren leben viele Düsseldorfer
noch in ihrer eigenen Wohnung. Da das Alter wesentlich länger dauert
als die Jugend, kann es eine |
Fülle von
Problemen bringen. Wer hängt die Gardinen auf? Wer bringt mich zum
Arzt? Wer fährt mal mit mir ans Rheinufer? Wer legt für mich
Widerspruch ein, wenn die Pflegestufe verweigert wird? Wer kann beurteilen,
ob ich Anspruch auf Grundsicherung habe? Mit zunehmendem Alter wird es
immer schwieriger, individuell versorgt zu werden. Vielen drohen Vereinsamung
und Isolation.
Denn
nicht immer leben die Kinder oder andere Verwandte in der Nähe. Oft
gibt es Hemmungen, "wildfremde" Menschen um einen Gefallen zu bitten. "Auch
die Zahl der helfenden Angehörigen nimmt deutlich ab", hat Franz-Josef
Göbel festgestellt. |
| Jetzt will der Verein
sein neues Konzept umsetzen. Wer macht dabei mit? |
Der Ex-Sozialdezernent,
jetzt Vorsitzender der "Alten Löwen" mit Sitz im städtischen
Seniorenzentrum Haus Gallberg, weiß, dass alte Menschen zwar allein
leben wollen, solange es irgend geht. Gleichzeitig aber haben sie ein großes
Bedürfnis nach Sicherheit und Unterstützung.
Grundlage
des "Löwen-Konzepts" ist ein neuer Beruf: der Kontakt- und Servicemanager.
Er (oder sie) ist Ansprechpartner der Betagten. Er wird bei den Wohnungsgesellschaften
oder auch privaten Vermietern angestellt, besucht die Mieter in ihren Wohnungen
oder ist zu festen Zeiten in seinem Büro ansprechbar.
Seine
Aufgabe: Er hält Kontakte zu ihnen, überlegt mit ihnen gemeinsam,
welche Unterstützung wichtig ist. Aber er vermittelt auch Dienste
und Leistungen - wie Putzarbeiten, Hilfe beim Einkaufen, beim Umzug und
beim Schriftwechsel, persönliche Begleitung oder Vermittlung von Gesprächspartnern.
Er weiß, welche |
Verbände,
Kirchen und Vereine in der Nähe sind und wie man sie erreicht. Er
knüpft auch Netze zu Nachbarn und ehrenamtlichen Helfern.
Was
so ein Service-Manager mitbringen muss? "In erster Linie muss er lebenserfahren
sein, was nicht unbedingt etwas mit seinem Alter zu tun hat", findet Göbel.
"Er muss wissen, wie das Leben spielt."
Die
"Alten Löwen", ein gemeinnütziger Verein, haben selbst keine
Träger-Interessen, aber sie beobachten die gesellschaftliche Entwicklung
genau. "Uns liegt die bessere Versorgung alter und hoch betagter Menschan
am Herzen", sagt der zweite Vorsitzende Paul Schnapp. Sie wünschen
sich ein neues Nachdenken über die Kultur des Alters, wollen Diskussionen
ankurbeln. Erste Gespräche mit Wohnungsunternehmen sind vereinbart.
NRZ, 12. Juli
2006 |
Zahlen und Fakten:
100 000 Düsseldorfer
sind heute 65 Jahre und älter. 50 000 Düsseldorfer gelten schon
als hoch betagt: Sie sind älter als 75 Jahre. Nur 13 Prozent der Senioren
möchten in einer stationären Einrichtung leben, auch nicht im
Pflegefall. Altenheime in Düsseldorf bieten heute 5000 Plätze
an. 1500 alte Mitbürger leben in seniorengerechten und "betreuten"
Wohnungen oder Anlagen, 40 in seniorengerechten Einzelwohnungen. Außerhalb
dieser Systeme leben 40 000 hoch betagte Menschen in "normalen" Wohnungen.
Ihnen drohen Vereinsamung und Isolation. |
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