"Der Name ist
klug gewählt, strahlt Stärke, Wachsamkeit, aber auch Kampfeslust
aus. 'Alte Löwen' nennt sich der Verein um den Ex-Sozialdezernenten
Franz-Josef Göbel, der sich für eine immer bedeutendere Gruppe
einsetzt: die Ältesten in unserer Gesellschaft. 'Ihre Zahl wird immer
größer. Wir wollen dafür sorgen, dass sie nicht an den
Rand gedrückt werden, sondern in vollem Umfang am Leben teilhaben
können', sagte Göbel beim ersten öffentlichen Auftritt der
'Löwen'. Auch dem schlechten Image der Altenheime wird der Kampf angesagt.
Neuer Name,
neue Köpfe
Die
Initiative gibt es seit 1992 unter dem schwerfälligen Namen 'Verein
der Förderer der Altenhilfe in der Stadt Düsseldorf'. Als dessen
Kassen leer und das Vereinsleben eingeschlafen waren, fiel die Entscheidung
für die Neuauflage - mit frischen Ideen und neuen Köpfen. Bisher
stadtnah und politisch geführt, arbeitet er jetzt unabhängig
und individuell, mit viel Kompetenz. Neben dem Sozialexperten Göbel
bringt Altenheim-Pfarrer Paul Schnapp, Ex-Chef der Diakonie, beste Voraussetzungen
mit, ebenso wie der Schlaganfall-Mediziner Andre Schumacher und der frühere
Vorstand der städtischen Wohnungsgesellschaft, Helmut Dill.
Schließlich
sehen die 'Alten Löwen' die |
Überalterung
der Gesellschaft in allen Konsequenzen: Wie sieht städtisches Leben
in Zukunft aus? Wie müssen sich Wohnquartiere ändern? Der Verein
wünscht sich Partner in der Wirtschaft. Natürlich sucht er viele
Spender, und er braucht Mitglieder. 65 hat er schon.
Schwerpunkte
sind die städtischen Seniorenzentren Gallberg (209 Betten) und Benrath
(100 Betten). Ihre erste Aufgabe sehen die 'Löwen' darin, den Bewohnern
das Leben zu erleichtern - mit Hilfe beim Telefonieren, mit Ausflügen
ins Stadtviertel, mit Vorlesen oder gemütlichen Nachmittagen. 'Das
lässt sich leicht organisieren, ist aber durch die Pflegeversicherung
kaum zu leisten', sagt Steuerberater Rainer Sternkopf, der zu den 'Alten
Löwen' stieß, weil er sich Gedanken um seine 79 Jahre alte Mutter
machte. Ein Beispiel: Einem Schwerstpflegebedürftigen stehen maximal
fünf Stunden Pflege zu. 'An den übrigen 19 Stunden eines Tages
ist dieser Mensch mit sich allein.'
Ein
weiteres Anliegen: Hilfe bei der Pflege zu Hause. Dafür bietet der
Verein ab September Schulungen an. Erste Einsätze hat er bereits gemeistert
und zwölf Bewohnern des Seniorenzentrums einen Urlaub im Münsterland
ermöglicht."
NRZ, 29.Juni
2005 |