Liebes Mitglied,
nach unserer
diesjährigen Jahreshauptversammlung übermitteln wir Ihnen den
Rechenschaftsbericht des Vorstandes über unsere Aktivitäten im
Jahre 2007.
Aktivitäten der Alten
Löwen im Jahre 2007
Im Mittelpunkt
die Ältesten: Maßnahmen, Aktionen und Projekte
Wie in
den Jahren zuvor wurde wieder ein Bewohnerurlaub für 12 Personen aus
dem Seniorenzentrum Gallberg nach Ulmen/Eifel gefördert. Für
das Haus Benrath, das eine andere Konzeption hat, finanzieren wir stattdessen
Tagesausflüge. Beides ist auch für dieses Jahr wieder vorgesehen.
Zu Weihnachten
haben wir in Benrath Weihnachtspräsente für die Bewohner gestiftet.
Im November
führten wir eine gemeinsame und gut besuchte Veranstaltung mit der
evangelischen Gemeinde im Haus Gallberg durch. Das Thema lautete: "Vorsorge
und Patientenverfügung". Es referierten Pfarrer Paul Schnapp und Rainer
Akens. Im kommenden Mai findet eine weitere gemeinsame Veranstaltung mit
der Polizei zum Thema Sicherheit statt.
Eingangshalle Benrath:
Mehr Wärme und Menschlichkeit
Bereits auf
der letzten Jahreshauptversammlung haben wir berichtet, dass wir den Wohlfühleffekt
im Neubau durch die künstlerische Gestaltung von zwei Wänden
der Aufenthalts- und Eingangshalle stärken wollen. Dafür hat
der Verein mit Unterstützung der städtischen Kulturverwaltung
einen beschränkten Wettbewerb unter 8 jungen Künstlern bzw. Künstlergruppen
durchgeführt.
Eine mit
Experten besetzte Jury hat nach intensiver Diskussion die Preisträger
ermittelt. Ihre Entscheidung fiel auf zwei großflächige, aufeinander
bezogene landschaftliche Wandbilder der Künstler Juliane Kröpelin
und Armin Hartenstein.
Auf den
Bildern begegnen sich Zaun, Berg, Blattwerk, Hütte wie Stücke
eines Traumes oder eines Erlebnisberichtes. Sie sollen die eigenen Gedanken,
Träume und Phantasien anregen. Die Wandmalereien sind Gärten
für die Bewohner. Sie laden ein, darin spazieren zu gehen und Erinnerungen
an Vergangenes schweifen zu lassen.
Wir haben
auf unserem Jahresempfang im Juli vergangenen Jahres die so gestaltete
Eingangshalle der Öffentlichkeit mit großem Erfolg vorgestellt.
Es lohnt sich, die Eingangshalle anzuschauen, die auch Aufenthalts- und
Aktionshalle ist. Zusammen mit dem von uns unterstützten Projekt "Tiere
im Altenheim" macht das Haus einen sehr lebendigen Eindruck.
Servicedienst Wohnen,
unser erster hauptamtlicher Beratungsdienst
In der
zweiten Hälfte des Jahres rückte unser Konzept "Servicedienst
Wohnen im Alter" verstärkt in den Mittelpunkt. Unter dem Motto "Älter
werden und wohnen bleiben" schlagen wir ein breiteres Engagement der Wohnungswirtschaft
für das Wohnen im Alter vor, und zwar nicht für die Bereiche
der "Altenwohnungen" oder "betreutes Wohnen", sondern für den Wohnungsbestand.
Denn hier wohnen die weitaus meisten alten und hoch betagten Menschen,
viele davon alleine. Unser Konzept liegt nicht nur im Interesse der Alten
und Hochbetagten, sondern auch im Interesse der Wohnungswirtschaft.
Unser Ziel
ist es, mit Hilfe eines bei den Vermietern angebundenen "Service-Managers"
Beratung und Kontaktpflege auf Dauer zu betreiben, um somit den älteren
Mitbürgern/innen ein möglichst lebenslanges Wohnen in den eigenen
vier Wänden zu ermöglichen.
Der Eisenbahner
Bauverein war von unserem Konzept so überzeugt, dass er eine Bedarfsabfrage
aller 800 Mieter über 60 Jahre mit unserer Hilfe durchführte.
Auch die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft war mit einem Wohnbereich
beteiligt. Dafür erhielten wir eine Spende von je 2000,- €.
Das Echo
war durchweg positiv. 150 Mietparteien beim EBV machten konkrete Angaben
über einen bereits bestehenden oder möglichen Bedarf. Das sind
immerhin 30%, und die Dunkelziffer ist sicher hoch.
Ein wichtiges
Thema war die Sicherstellung der Selbständigkeit, der Bedarf an hauswirtschaftlichen
Hilfen, Gesundheit und Körperpflege.
Viele Bewohner
haben Interesse an kulturellen Angeboten, teilweise unabhängig vom
Grad der Mobilität. Angebote von Seniorenzentren, Begegnungsstätten
und Kirchengemeinden sind gefragt. Die nicht so mobilen Menschen wünschen
sich Fahr- und Besuchsdienste. Da der Behindertenfahrdienst nur für
bestimmte Personengruppen gedacht ist, reicht er alleine nicht aus.
Im Mittelpunkt
stand aber die hohe Nachfrage nach Hilfestellungen im Umgang mit Behörden.
Vielen alten Menschen ist unbekannt, dass ihnen aus der Sozialgesetzgebung
Ansprüche zustehen, die nur abgerufen oder beantragt werden müssen.
Andere scheitern im Wirrwarr der Formulare und Zuständigkeiten oder
der aufeinander folgenden Bewilligungsabläufe. Nichtseniorengerechte
Badezimmer können z. B. mit Hilfsmitteln, verordnet durch den Arzt,
bezahlt von der Krankenkasse, zumindest bedarfsgerechter gestaltet werden.
Grundsicherung einschließlich Mehrbedarf oder Befreiung von der GEZ-Gebühr
sind für Mini-Rentenbezieher bares Geld. Auch ist Beratung beim Umgang
bei der Pflegeversicherung gewünscht.
Nach der
Befragung haben wir einen dreimonatigen Testlauf durchgeführt. Frau
Gödecker-Sander und Herr Gräwe waren für uns als Berater-Team
tätig. Alle Bedarfsanmeldungen wurden persönlich abgearbeitet.
Vielen Menschen konnte so geholfen werden.
Die Erfahrungen
waren so positiv, dass der EBV diesen Dienst dauerhaft eingerichtet hat.
Seit Februar 2008 haben wir eine Anlaufstelle in der Geschäftsstelle
des EBV, von der aus unser Beratungsdienst startet. Der Dienst ist für
die Betroffenen kostenlos und wird von der Genossenschaft finanziert. Mit
anderen Gesellschaften sind wir weiterhin im Gespräch.
Es war
nicht unser vorrangiges Interesse, diesen Dienst selbst durchzuführen.
Andererseits wollte die Genossenschaft nicht selber einstellen, sodass
wir als Anstellungsträger eingesprungen sind.
Nachbarschaftshilfe und
Kontaktnetzwerke sind notwendig
Parallel zu
dem Projekt planen wir ein ehrenamtliches Nachbarschaftshilfe- und Kontaktnetzwerk
durch Aktivierung der Nachbarschaft. Es soll dauerhaft Einsamkeit und Isolation
entgegenwirken. Die Realisierung ist aber von einer Förderung durch
die Düsseldorfer Bürgerstiftung abhängig. Der Antrag ist
gestellt, die Entscheidung steht noch aus.
Warten auf
den Bus, der nie kommt: "Phantom-Haltestellen" für Demente
Eine Bushaltestelle
ohne Busanbindung vor einem Seniorenzentrum. Was zunächst einmal komisch
klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Auch wenn von dieser Haltestelle
niemals ein Bus abfahren wird, erfüllt sie doch einen Zweck: Sie soll
den demenzkranken Bewohnern eine Erinnerungsbrücke in längst
vergangene Zeiten sein. Wir haben mit unserer Initiative zur Einrichtung
der "Bushaltestelle" die Rheinbahn als Spender für zwei Haltestellenschilder,
die extra angefertigt wurden, gewonnen. Die Schilder sind inzwischen vor
den Häusern aufgestellt. Mit den Mitarbeitern der Seniorenzentren
Benrath und Gallberg sind wir sicher, dass eine Phantomhaltestelle besser
wirkt als manche Medikamente. Für die Presse war das Projekt so interessant,
dass bundesweit berichtet wurde.
Seniorenzentren in
neuer Gesellschaft, unser Rat ist willkommen
Nachdem die
Stadt Düsseldorf 51% ihrer Kliniken und Seniorenzentren an die Sana
Klinken AG verkauft hat, haben die Seniorenzentren einen neuen Mehrheitsgesellschafter.
Sie sind nun keine mehrheitlich städt. Einrichtung mehr. Die erste
personelle Maßnahme traf Rainer Akens, bisher Leiter der Zentren.
Er wurde zu unserem Leidwesen nicht übernommen und ging zur Stadt
zurück, wo er eine interessante Aufgabe übernahm.
Um die
Absichten der Sana AG für die Altenheime zu erfragen, haben wir mit
einem Geschäftsführer des Mehrheitsgesellschafters gesprochen.
Das Gespräch hat ergeben, dass die Sana zu den Seniorenzentren stehen
und auch an einen Neubau am Gallberg denken. Allgemein wurde unsere Arbeit
sehr begrüßt. Unterstützung durch die Mitarbeiter der Häuser
wurde uns wie bisher zugesagt. Auch unsere Geschäftsstelle verbleibt
am Gallberg.
Spenden und
Mitgliedsbeiträge, unsere materielle Basis
Eine der
zentralen Voraussetzungen für die Arbeit der Alten Löwen ist
es, Spenden und finanzielle Unterstützung zu erhalten.
Leider ist
der Spendenmarkt so ziemlich leergefegt. Dennoch gelingt es uns bisher,
die erforderlichen Mittel zu bekommen. Dafür besten Dank an die Spender.
Stellvertretend gilt unser besonderer Dank Frau Charlotte Zimmer, die als
ältestes Mitglied und aktivste Spenderin unsere Arbeit seit vielen
Jahren in besonderer Weise unterstützt.
Bedauerlicherweise haben
wir auch einige Mitglieder aus dem Umfeld unseres leider verstorbenen Schatzmeisters
Rainer Sternkopf verloren.
Bei unseren
Aktivitäten im Beratungsbereich werden wir neue Mitglieder gewinnen.
Ohne Aktive
geht gar nichts, Dank an die Akteure
Unsere erfolgreiche
Arbeit ist das Werk eines Teams, dafür ist herzlich Dank zu sagen.
Der besondere Dank gilt aber den Mitgliedern unseres Vereins. Sie alle
schaffen die Voraussetzung für den Erfolg unserer Arbeit. |